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DICKSAFT & CO.
GETARNTE KRANKMACHER
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ZUCKER GIBT'S JETZT AUCH IN GESUND, ODER?

Es gibt heutzutage viele Alternativen zum Haushaltszucker, die natürlich und vermeintlich gesund daherkommen. Spoiler: Meist hat das nichts mit der Realität zu tun. Um das zu veranschaulichen, werfen wir einen Blick auf zwei der gehyptesten Zuckeralternativen sowie auf Klassiker Honig.

AGAVENDICKSAFT – DER BESSERE HONIG?

Agavendicksaft, oder auch Agavensirup, werden gerne mit dem angeblich hohen Vitamin- und Mineraliengehalt beworben. Es stimmt erstmal, dass Agavendicksaft aus der Agavenpflanze stammt und somit natürlichen Ursprungs ist. Richtig ist auch, dass Agavendicksaft Vitamine und Mineralien enthält, allerdings überwiegen die Nachteile des süßen Sirups deutlich. Fakt ist, dass die im Agavendicksaft angepriesenen Vitamine und Mineralien nur in äußerst geringen Mengen enthalten sind.

GOOD TO KNOW

Agavendicksaft enthält so wenig Vitamin-C, dass Du knapp 650ml Agavendicksaft trinken müsstest, um die tägliche Mindestmenge an Vitamin C aufzunehmen. Das entspricht ca. 440 Gramm purem Zucker.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt aber, täglich maximal 25 Gramm isolierten Zucker aufzunehmen. Um Deinen Vitamin-C Bedarf durch Agavendicksaft zu decken, müsstest Du also an einem Tag die Zuckermenge aufnehmen, welche die WHO für 17 Tage (!) empfiehlt. Verrückt, oder? Schließlich würdest Du auch nicht zwei Liter Limonade trinken, nur um das Vitamin-C aus der Zitronenscheibe im Glas aufzunehmen.

Im direkten Vergleich mit Haushaltszucker schneidet Agavendicksaft sogar noch schlechter ab. Schuld daran ist der enorm hohe Anteil an Fruktose, die ungesund für Darm und Leber ist (mehr zu Fruktose findest Du hier. Anders als Haushaltszucker, der zu 50% aus Fruktose besteht, enthält Agavendicksaft sogar 70-75% der ungesunden Fruktose. Auch aus ökologischer Sicht kann Agavendicksaft leider nicht punkten: Bei der Herstellung von Agavendicksaft wird sehr viel Wasser und Energie benötigt und die aufwändige Verschiffung nach Deutschland verursacht einen hohen CO2-Ausstoß.

KOKOSBLÜTENZUCKER – EXOTISCHES GESUNDHEITSWUNDER?

Eine ebenfalls sehr gehypte Zuckeralternative findet sich im Kokosblütenzucker. Wie für Agavendicksaft, gilt auch für Kokosblütenzucker, dass er natürlichen Ursprungs ist und eine gewisse Menge an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Leider verhält es sich auch hier bei beiden sehr ähnlich und der Vitamingehalt ist in normalen Verzehrmengen kaum nennenswert. Mit Blick auf die chemische Zusammensetzung zeigt sich, dass es zwischen Kokosblütenzucker und Haushaltszucker kaum Unterschiede gibt. Schließlich besteht Kokosblütenzucker zu 70-96% aus purem Zucker. Zudem hat auch Kokosblütenzucker einen enorm hohen Fruktosegehalt.

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Auch am niedrigem glykämischen Index [1] von 35 werden zunehmend kritische Stimmen laut, da dieser geringe Wert nicht nachvollziehbar ist. Schließlich haben Kokosblütenzucker und Haushaltszucker, dessen glykämischer Index bei 70 liegt, eine sehr ähnliche Zusammensetzung. Die University of Sydney hat den glykämischen Index bereits von 35 auf 54 angehoben. Damit ist Kokosblütenzucker nicht mehr weit vom klassischen Haushaltszucker entfernt. Hinzu kommt, dass auch Kokosblütenzucker durch lange Transportwege eine schlechte CO2-Bilanz aufweist.

[1] Dieser sagt aus, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt (je höher, desto schneller).

UND WAS IST MIT HONIG?

Nichts, was nicht schon gesagt wurde! Honig ist ein Naturprodukt, das Vitamine und Mineralstoffe enthält und sogar entzündungshemmend wirkt. Er wird mit voller Hingabe von Bienen erschaffen und gehört deshalb eigentlich auch den fleißigen Bienen und nicht uns Menschen. Abgesehen davon ist auch Honig einfach eine Zuckervariante, die in unserem Körper genau wie Haushaltszucker wirkt. Auch Honig hat einen höheren Anteil an Fruktose als Haushaltszucker. Darüber hinaus interessant zu wissen: Je flüssiger Honig ist, desto höher fällt sein Fruktosegehalt und damit auch seine negative Wirkung auf Deine Gesundheit aus.

FAZIT: ZUCKER BLEIBT ZUCKER!

Moderne Ableger des Haushaltszuckers werden gerne als natürlicher und gesünder beworben. Damit ihr Vitamingehalt ins Gewicht fällt, müsstest Du aber riesige Mengen verzehren. Egal, ob Agavendicksaft, Dattelsirup, Kokosblütenzucker oder Honig: Sie bestehen fast ausschließlich aus purem Zucker und enthalten im Vergleich zu Haushaltszucker sogar noch größere Mengen an ungesunder Fruktose. Auch für Diabetiker bringen diese Zuckervarianten keine wirklichen Vorteile.